Die entscheidende Frage ist nicht, welche Teile bevorratet werden. Sie lautet, welche Teile in Jahr acht noch kaufbar sind — und was mit dem Rest geschieht.
Die meisten Ersatzteillisten entstehen aus Ausfallwahrscheinlichkeit: Was geht kaputt, wie oft, wie lange dauert die Beschaffung. Das ist notwendig und unzureichend, weil es Verfügbarkeit als konstant behandelt. Über ein Jahrzehnt ist sie das nicht.
Eine belastbare Strategie teilt die Stückliste in drei. Standardteile, die unbefristet kaufbar bleiben, brauchen nur eine normale Bestandspolitik. Teile mit bekanntem Abkündigungshorizont brauchen einen Plan: qualifizierte Alternative, Redesign oder ein Last-Time-Buy in Höhe der Restlebensdauer. Kundenspezifische Teile brauchen eher eine Dokumentations- als eine Bestandsgarantie.
Bei der letzten Kategorie zählt der Fertigungspartner. Existieren Fertigungsakte, freigegebene Revision und Prüfvorschrift noch, lässt sich in Jahr acht ein Ersatz bauen, der zum Original passt. Existieren sie nicht, ist das „Ersatzteil“ ein Rückkonstruktionsprojekt bei stehender Maschine.
Der praktische Schritt ist unspektakulär: einmal im Jahr die Stückliste gegen Abkündigungsrisiko prüfen und die wenigen veränderten Zeilen bearbeiten.
— Engineering-Team GANI Lifecycle
