Greiffehler aus der Montagezelle in einen kontrollierten Kommissionierprozess zu verlagern, ist eine der günstigsten verfügbaren Qualitätsverbesserungen. Die meisten Werke lassen sie noch liegen.
Fragt man, wo Montagefehler entstehen, zeigen die meisten auf den Arbeitsplatz. Verfolgt man sie sauber zurück, begann ein großer Teil früher — das falsche Teil aus einem zum Verwechseln ähnlichen Behälter gegriffen, die abgelöste Revision noch im Linienbestand, der Fehlbestand mitten im Aufbau entdeckt. Der Arbeitsplatz erbt diese Fehler; er erzeugt sie selten.
Kommissionierung greift das Problem an der Quelle an. Statt einen Monteur mit hunderten offenen Behältern zu umgeben, pickt ein kontrollierter Prozess exakt die Teile eines Produkts in einen Träger, geprüft gegen die BOM, bevor der Fertigungsauftrag startet. Der Fehlerraum des Monteurs kollabiert: Ist das Kit richtig und am Ende leer, wurden die richtigen Teile verbaut.
Die Prüfung ist es, was Kommissionierung von Umsortieren unterscheidet. Unsere Kits werden per Scan gegen den aktuellen BOM-Revisionsstand gepickt, nicht aus dem Gedächtnis, mit Mengenverifikation bei Kleinteilen durch Wiegen. Ein Kit, das diese Kontrollen besteht, trägt ein Etikett, das es an den Fertigungsauftrag und den BOM-Revisionsstand bindet, gegen den es gepickt wurde — das ist der Beginn von Rückverfolgbarkeit, nicht bloß Ordnung.
Kommissionierung findet Fehlbestände zudem, solange sie noch ein Planungsproblem sind. Eine bei der Kommissionierung entdeckte fehlende Komponente, Tage vor dem Fertigungstermin, ist eine Eilbeschaffung. Derselbe Fehlbestand, mitten in der Montage entdeckt, ist ein abgeräumter Arbeitsplatz, eine halbfertige Einheit in Quarantäne und ein Loch im Terminplan. Gleiches Teil, sehr unterschiedliche Kosten.
Der Einwand lautet immer Personalkosten: Kommissionierung sieht aus, als bezahle man jemanden dafür, Teile zweimal zu bewegen. Der ehrliche Vergleich ist der mit dem, was sie beseitigt — Greiffehler am Arbeitsplatz, Unterbrechungen mitten im Aufbau, Inventuren am Linienbestand und die Nacharbeitskette, die jedes falsche Teil auslöst. Bei montierten Produkten mit nennenswerten BOMs haben wir die Rechnung noch nie zugunsten offener Behälter ausgehen sehen.
Für Einkäufer von Baugruppen ist die Frage an den Lieferanten konkret: Wie erreichen Teile physisch Ihren Arbeitsplatz? Ein Lieferant, der je Fertigungsauftrag kommissioniert, mit Scan-Verifikation gegen revisionsgeführte BOMs, hat eine ganze Fehlerklasse aus Ihrem Produkt herauskonstruiert. Ein Lieferant, der auf eine Wand offener Behälter zeigt, hat sie darin gelassen.
— Engineering-Team GANI Contract Manufacturing
