Kabelbäume werden am häufigsten aus Erfahrungswissen gebaut — und am häufigsten nachbestellt, lange nachdem der Wissensträger gegangen ist.

Ein Kabelbaum sieht einfach genug aus, um ihn von einem Foto zu bauen — genau deshalb werden so viele so gebaut. Dann wächst die Menge, der Bauer wechselt, und es stellt sich heraus, dass das Foto weder Aderfarben noch Verlegereihenfolge, Bindepositionen oder die exakte Länge festhielt.

Eine freigebbare Definition braucht eine Verbindungsliste mit Von-Nach-Punkten, ein bemaßtes Layout, Steckverbinder- und Kontaktteilenummern mit Crimpspezifikation, das Kennzeichnungsschema und die Prüfkriterien. Das ist kein Luxus, sondern das Minimum, um denselben Kabelbaum zweimal ohne Rückfrage zu bauen.

Wo die Dokumentation dünn ist — der Normalfall — wird sie in der Industrialisierung neu aufgebaut. Wir messen den Bestand, vereinbaren die Toleranzen, die wirklich zählen, und dokumentieren das Ergebnis in einen freigegebenen Satz zurück.

Der Fünfjahrestest ist ein guter Maßstab: Könnte eine andere Werkstatt diesen Kabelbaum allein aus der Dokumentation reproduzieren, wenn der heutige Bauer morgen verschwände?

— Engineering-Team GANI Manufacturing